South Eastern Australia

90 Prozent aller australischen Rebflächen liegen in der riesigen Weinanbauzone South Eastern Australia. Wie der Name schon vermuten lässt, umfasst das Gebiet große Teile des gesamten Südosten Australiens: der komplette Bundesstaat New South Wales, Tasmanien und Victoria sowie Teile der Bundesstaaten South Australia und Queensland. Fast jedes Weinanbaugebiet des Landes, mit Ausnahme des Northern Territory und Western Australia, liegt zumindest zu Teilen in dieser Superzone für australischen Wein. Eine solch riesige Weinbauzone ermöglicht es den Winzern, Verschnittweine aus den unterschiedlichsten Anbaubereichen zu produzieren. Bei den roten Rebsorten sind dies vorwiegend Cabernet und Shiraz, bei den weißen Sorten ist in der Regel immer ein Anteil Chardonnay oder Sémillon enthalten. Diese Verschnittweine werden häufig als Cuvée ausgebaut.

Große Namen aus South Eastern Australia

Hintergrund für die Erschaffung einer solch riesigen Anbauzone ist die Bürokratie der EU. Diese verlangt immer eine Herkunftsangabe auf dem Etikett, wenn die Rebsorte angegeben wird, aus der der Wein gekeltert wurde. So können die Australier unter der Angabe South Eastern Australia weiterhin Shiraz, Cabernet Sauvignon, Chardonnay und Co. preiswert in europäischen Weinhandlungen anbieten. Anteilsmäßig sind Rotweine in South Eastern Australia etwas stärker vertreten als Weißweine. Die Weine sind meist gute Alltagsweine mit einfacher Struktur. Häufig nutzen die großen australischen Weinkellereien die Etikettierung unter South Eastern Australia, um ihre Restbestände zu vermarkten. Höherwertige Weine werden hingegen meist unter einer engeren geografischen Herkunftsangabe auf den Markt gebracht, so zum Beispiel unter der Bezeichnung Hunter Valley oder McLaren Vale. Um den guten Ruf der kleineren Weinbaubereiche zu wahren, vermarkten viele Winzer manchmal einen nicht ganz perfekten Jahrgang aus einem namhaften Anbaubereich unter der großen Anbauzone South Eastern Australia. So fällt die Weinqualität in manchen Jahrgängen höher aus als in anderen, die Weine haben jedoch immer eine solide Grundqualität. Top-Niveau von internationaler Güte bleibt jedoch die Ausnahme. Dafür werden die Weine aber auch selten über der magischen Zehn Euro-Marke angeboten.

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