Madeira: Wein mit überdurchschnittlichem Alterungspotenzial

Rund 950 Kilometer südwestlich des portugiesischen Festlandes liegt die Insel Madeira, die zu Portugal gehört. Der Madeira-Wein wird auf einer Rebfläche von etwa 2.000 Hektar vorwiegend entlang der Küste angebaut. Jährlich produzieren circa 4.000 Winzer an die 10 Millionen Hektoliter Wein. Traditionell wurde der Süßwein auf Madeira mit Zuckerrohrschnaps angereichert und hatte einen Alkoholgehalt von 17 bis 22 Prozent Vol. Französischer Branntwein hat in den letzten Jahrzehnten jedoch den Zuckerrohrschnaps abgelöst. Der Madeira besticht durch ein überdurchschnittliches Alterungspotenzial und ähnelt im Geschmack Sherry, Marsala und Portwein.

Madeira:  Terrassen bis zu einer Höhe von 1.000 Meter

Entlang der Küste wird der Madeira-Wein vorwiegend auf sehr steilen Terrassen bis zu einer Höhe von 1.000 Meter über dem Meeresspiegel kultiviert. Maschinen können in den seltensten Fällen verwendet werden und die Arbeit ist daher bis heute meist Handarbeit. Im subtropischen Klima gedeihen die Rebstöcke ausgezeichnet, sind jedoch sehr anfällig für Graufäule oder Mehltau. Mit einem Anteil von 40 Prozent an der Gesamtrebfläche dominiert die Tinta negra Mole den Weinanbau auf Madeira. Darüber hinaus werden Malvasia, Bastardo, Boal, Verdelho, Sercial und Terrantez kultiviert. Die edlen Rebsorten Sercial, Boal, Verdelho und Malvasia verfügen zusammen über einen Anteil von zehn Prozent. Je nach Rebsorte oder Restsüße eignet sich der Madeira als Aperitif zu Fisch, zu Vorspeisen oder auch zu Käse, Desserts, Schokolade und Früchten.

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