Weine von Marchese Antinori

Als unser Weinfreund Stefan Behr vom Antinori-Nachwuchs im Shop erfuhr, meldete er sich freiwillig, um uns die Weine des Marchese vorzustellen.

Über die prominenten Neuzugänge im Weinfreunde-Shop hat sich bereits Kollege Daniel Münster ausgiebig gefreut und uns seine Lieblinge empfohlen. Dabei hat er bewusst einige Kostbarkeiten ausgespart, die ein eigenes weinfreundschaftliches Augenmerk verdienen. Richten wir den Blick nach Italien und auf die große Weindynastie der Antinori. Gleich sieben neue Weine steuern der Marchese Piero Antinori und seine Familie zu unserem Shop bei: allesamt Weine aus den Top-Regionen Toskana und Piemont.

Piero Antinori und seine Familie, deren Weintradition bis in das 12. Jahrhundert zurückreicht, haben wir im Magazin bereits porträtiert. Darin wird auch die Eigenart der Familie beschrieben, den Besitz erstklassiger Weingüter über die Generationen hinweg verlässlich zu mehren. So erklärt sich, dass der Name Antinori nicht nur mit edlen Gewächsen aus seiner Heimat, der Toskana, verbunden ist. Auch aus dem Piemont, aus Umbrien und Apulien, sogar aus Chile und dem kalifornischen Napa Valley stammen Weine, auf denen sich der Name mit internationalem Klang wiederfindet.

Ein Supertoskaner: Solaia von Antinori

Maßgeblich ist diese Anerkennung der Antinoris in der Weinwelt mit den sogenannten Supertoskanern verbunden. Als neue Vorgaben der Weinbehörde hohe Prozentanteile französischer Rebsorten in den Weinen der Toskana verbieten, ignoriert Piero Antinori diese Auflage einfach. Er pfeift auf die offizielle Qualitätsbezeichnung als DOC- oder DOCG-Wein und macht seinen eigenen Toskaner mit Cabernet Sauvignon, Merlot und Petit Verdot, so wie er es für richtig hält. Das ist die Geburtsstunde der Supertoskaner.

Neben dem „Tignanello“ ist es vor allem der „Solaia“ von Antinori, der als Ikone dieses neuen, an Bordeaux orientierten Stils der Toskana gilt. So freut es mich sehr, dass unser Shop nun den 2013er Jahrgang des „Solaia“ anbietet. Dabei ist es gar nicht so einfach, an Flaschen des begehrten Weines zu kommen. Zwar ist der gleichnamige Weinberg der Tenuta Tignanello mit 20 Hektar nicht besonders klein, doch den strengen Qualitätsansprüchen der Antinoris genügen eben nicht alle Trauben. Es hat sogar Jahre gegeben, in denen man gänzlich auf den „Solaia“ verzichtete.

Dagegen zählt laut Robert Parker`s Wine Advocate der Jahrgang 2014 zu den herausragenden „Solaias“ und vergibt eine Bewertung von 95 Parker Punkten. Reife rote Früchte präsentiert er an der Nase mit einem Hauch von Minze und Lakritz. Ein Wein mit viel Körper und dennoch zugänglich und in seinem Facettenreichtum ein einmaliges Erlebnis.

Solaia 2013
charakterstarke & kräftige spitzencuvée
Marchesi Piero Antinori
Solaia 2013

 

Für alle, die mehr mit dem klassischen Chianti Classico sympathisieren, finden im Shop den 2015er Chianti Classico Riserva, ebenfalls vom Antinori Weingut Tignanello.

 

Chianti Classico Riserva 2015
kräftig, üppig und sehr balanciert
Marchesi Piero Antinori
Chianti Classico Riserva 2015

 

Zweimal dickes B: Antinoris Barolo und Barbaresco

Ortswechsel, es geht zum Antinori Weingut Prunotto im Piemont. Nahe der Stadt Alba im Anbaugebiet Langhe entstehen klassisch elegante Rotweine aus der Paraderebsorte der Region, dem Nebbiolo. Oft spricht man vom Barbaresco als dem kleinen Bruder des Barolo, doch der missliebige Unterton darin, hat schon lange seine Berechtigung verloren. Einen direkten Vergleich auf Spitzenniveau ermöglichen der Barolo und der Barbaresco von Prunotto.

Das Weingut, 1904 als Kooperative gegründet, entwickelt sich in den 1920er Jahren unter Alfredo Prunotto zu einer der renommiertesten Kellereien der Langhe. Mehre Eigentümerwechsel folgen, doch 1989 beginnt man in Prunotto mit der Familie Antinori zusammenarbeiten. Nur sechs Jahre später erwirbt die Weindynastie das Weingut komplett. Mittlerweile wird es von der ältesten Tochter des Marchese, Albiera Antinori, und dem Önologen Gianluca Torrengo geleitet.

Von drei verschiedenen Weinbergen stammen die Nebbiolo-Trauben für den Barolo. Die sorgfältige Auswahl des Rebmaterials spiegelt sich in der ungeheuren Aromenvielfalt des Weins wieder. Dunkle Waldfrüchte und florale Noten sind in der Nase präsent und am Gaumen zeigt der 2014er Opulenz und samtene Fülle. Ein Traum, der durchaus noch etwas im Weinkeller ruhen darf – wenn es sein muss, auch noch gute zehn Jahre.

 

Barolo 2014
Sehr üppig und großzügig
Prunotto
Barolo 2014

 

Gleichfalls mit samtener Mundfülle kommt der Barbaresco von Prunotto daher. Wie beim Barolo stammen die Trauben aus unterschiedlichen Lagen und werden sorgfältig selektiert. Ein lange Maischestandzeit sorgt für den intensiven granatfarbenen Ton und die vielfältigen Fruchtanklänge. Jeweils zehn Monate Reife im Fass sowie auf der Flasche durchläuft der Barbaresco, bevor er die Weinfreunde beglückt.

Auch der Barbaresco hat seine besten Tage noch nicht gesehen und kann noch einige Jahre auf den großen Moment des Genießens warten.

Barbaresco 2015
parfümiert und blumig
Prunotto
Barbaresco 2015

 

Maremma Mia: Die Weine der Tenuta Guado al Tasso

Es geht zurück in die Toskana, genauer gesagt in die Maremma. Nahe des Ortes Bolgheri liegt die Tenuta Guado al Tasso, die gleichfalls zum Weinreich der Antinori zählt. Nahe des Tyrrhenischen Meeres wachsen dort die Reben auf kargen, steinigen Böden. Die Nummer 1 des Weinguts ist der Bolgheri Superiore, eine Cuvée – ganz im Stil der Supertoskaner – aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und Petit Verdot. Nur die besten Trauben kommen für den Bolgheri Superiore in Frage. Sie werden per Hand aus dem bereits entrappten Rebmaterial ausgesucht.

Der Wein reift etwa 14 Monate in französischen Barriques und erfährt zudem eine Flaschenreife von weiteren zehn Monaten. Der 2014er Jahrgang war kein einfacher. Lediglich zwei Drittel der sonstigen Menge erfüllten die Qualitätsanforderungen. Dafür kommt der 2014er ausgesprochen raffiniert und geschmeidig daher. Tiefe, dunkle Fruchtnoten treffen auf Gewürze und Kakao. Ein saftiger Wein, der sich am Gaumen voll und mit reifen Früchten zeigt.

 

Guado al Tasso Bolgheri Superiore 2015
fabelhaft dichtes Bouquet
Marchesi Piero Antinori
Guado al Tasso Bolgheri Superiore 2015

 

Vom Weingut Guado del Tasso kommt auch der Il Bruciato Bolgheri, der sich perfekt eignet, um das Anbaugebiet Bolgheri und den Stil des Weinguts kennenzulernen. Aus den französischen Rebsorten Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah entsteht die besondere Cuvée für den Il Bruciato Bolgheri. Das Weingut vinifiziert zunächst die Rebsorten getrennt und baut sie etwa sieben Monate in Barriquefässern aus. Erst dann finden die Weine zur endgültigen Cuvée zusammen und erfahren nochmals vier Monate Flaschenreife.

Der Zweitwein von Guado del Tasso besitzt nicht die gleiche Finesse wie sein großer Bruder, der Bolgheri Superiore. Doch in dieser Preisklasse ist er eine unbedingte antinorische Empfehlung.

 

Guado al Tasso Il Bruciato Bolgheri 2016
satter Fruchtkern und feinkörnige Tannine
Marchesi Piero Antinori
Guado al Tasso Il Bruciato Bolgheri 2016
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